Wer im Winter einen kranken Baum fällen lässt, steht spätestens im Herbst davor die Frage: Was kommt an die Stelle? Die naheliegende Antwort, wieder einen Bergahorn oder eine Birke zu setzen, ist nach den Sommern der letzten Jahre nicht mehr die beste. In dicht bebauten Städten wie Essen, Bochum oder Gelsenkirchen staut sich die Hitze, der Boden trocknet aus, und viele klassische Gartenbäume geraten unter Stress. Die gute Nachricht: Es gibt Arten, die Fachleute seit Jahren unter harten Bedingungen testen. Einige davon passen auch in einen normalen Hausgarten.

Warum die gewohnten Baumarten unter Druck geraten

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim beschäftigt sich seit 2009 mit der Frage, welche Bäume in Zukunft in Städten bestehen. In einer Übersicht von 2019 beschreibt sie das Grundproblem: Rund 70 Prozent der Straßenbäume in Deutschland entfallen auf nur sechs Arten beziehungsweise Gattungen, und alle sind inzwischen von mehr als einer Krankheit oder einem Schädling betroffen. Genannt werden unter anderem Sommerlinde, Spitzahorn, Bergahorn, Platane, Rosskastanie und Esche. Beim Bergahorn kommt die Rußrindenkrankheit hinzu, bei der Esche das Eschentriebsterben.

Dazu kommt das Stadtklima. Laut LWG können die Lufttemperaturen in der Stadt 8 bis 10 Grad höher liegen als im Umland. Längere Trockenperioden, Starkregen und Stürme verschärfen die Lage. Ein Garten mitten im Ruhrgebiet ist zwar kein Straßenstandort, er bekommt von dieser Hitze aber einiges ab, besonders wenn Terrasse, Einfahrt und Hauswand die Wärme speichern.

Welche Arten Fachleute als klimafest einstufen

Die LWG hat für die Übersicht mehrere Versuche und die Empfehlungslisten großer Baumschulen ausgewertet. In die Kernliste kamen nur Arten und Sorten, die in mindestens drei dieser Listen auftauchen. So blieben 43 übrig. Viele stammen aus Südosteuropa, wo heute schon ein Klima herrscht, wie es für Deutschland in den kommenden Jahrzehnten erwartet wird.

Für Hausgärten interessant sind vor allem die kleineren und mittelgroßen Arten aus dieser Liste. Die folgende Auswahl stammt vollständig aus der LWG-Übersicht. Dass sich gerade diese Arten für Gärten anbieten, ist unsere eigene Einschätzung, denn die Liste wurde für Straßenbäume erstellt.

Baumart Botanischer Name Einordnung in den LWG-Unterlagen
Feldahorn Acer campestre Kernliste (in mindestens drei Empfehlungslisten)
Französischer Ahorn Acer monspessulanum Kernliste, in Wien häufig in Grünanlagen zu finden
Kupfer-Felsenbirne ‚Robin Hill‘ Amelanchier arborea ‚Robin Hill‘ Kernliste
Säulen-Hainbuche ‚Frans Fontaine‘ Carpinus betulus ‚Frans Fontaine‘ Kernliste, im Versuch Stadtgrün 2021 unter den besten Arten am Standort Würzburg
Kornelkirsche Cornus mas Kernliste
Blumenesche Fraxinus ornus Kernliste, als kleiner hitzeverträglicher Baum beschrieben
Zierapfel ‚Evereste‘ Malus ‚Evereste‘ Kernliste
Hopfenbuche Ostrya carpinifolia Kernliste, im Versuch Stadtgrün 2021 unter den besten Arten
Eisenholzbaum Parrotia persica Kernliste, im Versuch Stadtgrün 2021 unter den besten Arten

Ein Punkt verdient Betonung. Die LWG schreibt selbst, dass theoretische Einstufungen nicht reichen und erst Praxisversuche ein Gesamtbild ergeben. Manche Arten überraschen positiv, andere enttäuschen. Und auch der widerstandsfähigste Baum wächst nur gut, wenn Boden, Pflanzung und Pflege stimmen. Ob heimisch oder nicht, ist für die LWG dabei zweitrangig. Entscheidend sei, die Vielfalt zu erhöhen, damit ein neuer Schädling nicht wieder ganze Bestände auf einmal trifft.

Was wir Ihnen raten: Setzen Sie im kleinen Garten lieber auf einen Baum, der klein bleibt, als auf einen großen, den Sie in zehn Jahren wieder kappen müssen. Die endgültige Größe der jeweiligen Sorte erfragen Sie bei der Baumschule.

Der Herbst ist die beste Pflanzzeit

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt den Herbst als beste Pflanzzeit für Gehölze. Der Boden ist dann noch warm und feucht, frisch gesetzte Bäume bilden sofort Wurzeln und überstehen die Trockenphasen im folgenden Frühjahr und Sommer besser. Vor allem größere Gehölze und Bäume sollten nach Einschätzung der Kammer im Herbst in die Erde. Kleinkronige Bäume können Sie sogar noch belaubt in der Baumschule aussuchen und nach dem Laubfall pflanzen.

Die Bayerische Gartenakademie nennt als günstige Zeiträume, je nach Witterung, Ende September bis Anfang Dezember und dann wieder das Frühjahr. Gepflanzt wird an frostfreien Tagen.

Für das Ruhrgebiet heißt das ganz praktisch: Wer jetzt im September plant, kann im Oktober oder November pflanzen und gibt dem Baum einen ganzen Winter Vorsprung vor dem nächsten heißen Sommer.

Diese Abstände gelten in NRW auch für den neuen Baum

Wer neu pflanzt, muss die Grenzabstände aus § 41 des Nachbarrechtsgesetzes NRW einhalten. Für stark wachsende Bäume wie Eiche, Linde oder Rotbuche sind das 4 Meter, für alle übrigen Bäume 2 Meter. Obstbäume brauchen je nach Art und Unterlage 1 bis 2 Meter. Gemessen wird von der Stammmitte am Boden.

Das gilt ausdrücklich auch dann, wenn ein alter Baum ersetzt wird, der früher näher an der Grenze stand. Nach § 45 Abs. 3 NachbG NRW gelten für eine Ersatzpflanzung die aktuellen Abstände. Der Nachbar hat nach dem Pflanzen sechs Jahre Zeit, eine Beseitigung einzuklagen, wenn der Abstand nicht stimmt. Planen Sie den Standort deshalb mit dem Zollstock, nicht nach Augenmaß.

Eine zweite Regel kommt von der Stadt. Wurde der alte Baum mit Genehmigung nach einer Baumschutzsatzung gefällt, ist oft eine Ersatzpflanzung vorgeschrieben, manchmal mit Vorgaben zur Art oder Größe. Diese Vorgaben stehen im Genehmigungsbescheid oder in der Satzung Ihrer Stadt und gehen Ihren eigenen Wünschen vor.

Worauf es beim Pflanzen ankommt

Die LWG betont einen Punkt, der im Hausgarten gern untergeht: Auch der robusteste Baum wächst nur, wenn die Grundlagen stimmen. Dazu zählt sie eine fachgerechte Bodenvorbereitung, eine ausreichend große Pflanzgrube, eine fachgerechte Pflanzung und eine Pflege, die lang genug durchgehalten wird. Gerade der letzte Punkt entscheidet. Ein junger Baum braucht in den ersten Sommern Wasser, auch wenn er als trockenheitsverträglich gilt. Diese Toleranz entwickelt er erst, wenn seine Wurzeln tief genug reichen.

Bei der Ware lohnt ein Blick auf die Wurzel. Die Bayerische Gartenakademie weist darauf hin, dass Pflanzungen mit Ballen oder wurzelnackter Ware meist langlebiger sind, weil sie keine Ringwurzeln bilden. Diese entstehen oft bei Containerpflanzen, die zu lange im Topf standen. Im Herbst ist die Auswahl an solcher Ware besonders groß, weil die Baumschulen direkt vom Feld roden.

Für enge Gärten hat die Landwirtschaftskammer NRW einen einfachen Rat: Bei beengten Platzverhältnissen eignen sich kleinkronige Arten, die zwischen Großstrauch und Baum stehen. Ein solcher Baum wirft weniger Schatten auf die Terrasse des Nachbarn und muss später nicht ständig zurückgeschnitten werden.

Wo der alte Stumpf steht, beginnt die Planung

Oft soll der neue Baum genau dort stehen, wo der alte war. Dann muss zuerst der Wurzelstock heraus, sonst ist für die Pflanzgrube kein Platz. Das Fräsgut ersetzen Sie am besten durch gute Pflanzerde. Wer die Wahl hat, setzt den neuen Baum ein Stück versetzt, dann liegen keine alten Wurzelreste mehr im Weg.

Checkliste für die Herbstpflanzung

  • Klären Sie, ob Ihr Fällbescheid eine Ersatzpflanzung mit Vorgaben verlangt.
  • Messen Sie den Grenzabstand von der geplanten Stammmitte aus.
  • Achten Sie auf Leitungen im Boden, Fundamente und die spätere Kronenbreite.
  • Wählen Sie eine Art, deren Endgröße zum Garten passt, und fragen Sie die Baumschule danach.
  • Lassen Sie den alten Stumpf vorher vollständig entfernen und tauschen Sie das Fräsgut gegen Pflanzerde.
  • Pflanzen Sie an einem frostfreien Tag zwischen Ende September und Anfang Dezember.
  • Gießen Sie den jungen Baum im ersten Sommer regelmäßig und durchdringend.

Die Gartenhelden machen den Platz frei

Bevor ein neuer Baum gesetzt werden kann, muss der alte meist erst weg. Die Gartenhelden übernehmen die Baumfällung und entfernen den Baumstumpf mit unserer eigenen Baumstumpffräse, damit die Fläche für die Neupflanzung bereit ist. Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich vor Ort in Gelsenkirchen, Herne, Essen, Bottrop, Bochum, Recklinghausen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Witten, Duisburg und Dortmund. Sie erreichen uns unter 0176 599 989 44, montags bis samstags von 08:00 bis 20:00 Uhr, oder über unser Anfrageformular.

Häufige Fragen

Welche Bäume vertragen Hitze und Trockenheit im Garten?

Die LWG Veitshöchheim nennt in ihrer Klimabaum-Übersicht unter anderem Feldahorn, Französischen Ahorn, Blumenesche, Hopfenbuche, Eisenholzbaum, Kornelkirsche und die Säulen-Hainbuche ‚Frans Fontaine‘. Die Liste wurde für Straßenbäume erstellt, einige Arten eignen sich aber auch für Hausgärten.

Wann ist die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen?

Die Landwirtschaftskammer NRW empfiehlt den Herbst, besonders für größere Gehölze und Bäume. Günstig sind frostfreie Tage etwa von Ende September bis Anfang Dezember.

Wie weit muss ein neuer Baum von der Grundstücksgrenze entfernt stehen?

In NRW gelten für stark wachsende Bäume 4 Meter und für die übrigen Bäume 2 Meter, für Obstbäume je nach Art 1 bis 2 Meter. Das gilt auch für Ersatzpflanzungen.

Muss ich nach einer Baumfällung einen neuen Baum pflanzen?

Das hängt von Ihrer Stadt ab. Viele Baumschutzsatzungen verlangen nach einer genehmigten Fällung eine Ersatzpflanzung. Maßgeblich sind Ihr Bescheid und die Satzung Ihrer Kommune.

Kann ich einen neuen Baum dort pflanzen, wo der alte stand?

Ja, wenn der Wurzelstock gründlich entfernt und das Fräsgut gegen gute Pflanzerde ausgetauscht wurde. Wo es möglich ist, erleichtert ein leicht versetzter Standort die Pflanzung.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft der zuständigen Behörde. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze und die Satzungen Ihrer Stadt. Alle Links wurden am 17. September 2026 geprüft.

Stand: September 2026