Bambus wurde lange als schneller, immergrüner Sichtschutz verkauft. Viele Gartenbesitzer im Ruhrgebiet haben ihn genau deshalb gepflanzt. Zehn Jahre später tauchen Halme mitten im Rasen auf, zwischen den Terrassenplatten oder auf dem Grundstück nebenan. Spätestens dann soll die Hecke weg. Das ist machbar, aber deutlich aufwendiger als bei einer Hainbuche oder einem Liguster. Der Grund liegt unter der Erde.

Die Ausläufer sind das eigentliche Problem

Viele Gartenbambusse bilden unterirdische Sprosse, sogenannte Rhizome. Aus ihnen wachsen in einiger Entfernung von der Mutterpflanze neue Halme. Vor allem Arten der Gattung Phyllostachys, des Flachrohrbambus, sind dafür bekannt. Fachhändler raten, sie nur mit Rhizomsperre zu pflanzen. Horstbildende Arten wie der Schirmbambus (Fargesia) wachsen dagegen kompakt und treiben keine langen Ausläufer.

Wie unterschiedlich das selbst innerhalb der Ausläuferbambusse ist, zeigt eine Sichtung der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Dort wurden ab 2005 acht Arten und Sorten beobachtet, gepflanzt mit Rhizomsperre. Das Ergebnis zur Ausläuferbildung:

Sorte im LWG-Versuch Ausläuferbildung
Phyllostachys vivax ‚Aureocaulis‘ keine bis wenig
Phyllostachys bissetii wenig
Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘ und ‚Spectabilis‘ mittel
Phyllostachys nigra ‚Henonis‘ mittel
Phyllostachys humilis mittel
Semiarundinaria fastuosa mittel
Pseudosasa japonica stark

 

Für Sie heißt das: Welche Sorte im Garten steht, entscheidet mit darüber, wie weit die Rhizome inzwischen gewandert sind. Weiß das niemand mehr, sollten Sie von einer großen Ausbreitung ausgehen.

Warum Abschneiden allein nicht reicht

Die Halme oberirdisch abzusägen, ist schnell erledigt und bringt wenig. Solange Rhizome im Boden bleiben, treibt der Bambus weiter aus. Die Rhizome sind zäh und lassen sich schwer durchtrennen, und schon übersehene Stücke können neue Halme bilden. Nach Angaben aus dem Fachhandel durchdringen sie sogar Folien und heben Gehwegplatten an.

Eine vollständige Entfernung bedeutet deshalb: den Wurzelstock ausgraben und dem Rhizomnetz im Boden so weit wie möglich folgen. Bei alten, großen Beständen ist das Maschinenarbeit. Rechnen Sie außerdem damit, dass in der folgenden Saison vereinzelt neue Halme erscheinen, die Sie konsequent samt Rhizomstück herausnehmen.

So läuft eine Bambusentfernung ab

Wie lange die Arbeit dauert, hängt vor allem davon ab, wie alt der Bestand ist und wie weit die Rhizome gewandert sind. Der Ablauf ist aber fast immer derselbe.

Zuerst werden die Halme bodennah abgeschnitten, damit die Fläche frei zugänglich ist. Danach wird der Wurzelstock freigelegt. Er ist bei alten Pflanzungen dicht verfilzt und lässt sich mit dem Spaten kaum noch lösen, bei größeren Hecken hilft deshalb oft nur Maschinenkraft. Anschließend folgt der mühsame Teil: Jedes Rhizom, das vom Stock abgeht, wird so weit wie möglich verfolgt und herausgezogen. Dabei zeigt sich oft, dass die Ausläufer unter Wege, Beetkanten oder den Zaun gewachsen sind.

Ist eine Rhizomsperre vorhanden, wird sie mit entfernt, sofern der Bambus komplett weichen soll. Danach wird die Fläche verfüllt und eingeebnet. Wer an derselben Stelle wieder eine Hecke pflanzen möchte, sollte die folgende Saison abwarten und nachgewachsene Halme vorher entfernen. So wird vermieden, dass sich übersehene Rhizome zwischen die neuen Heckenpflanzen schieben.

Was der Bundesgerichtshof zur Bambushecke sagt

Bambus ist botanisch ein Gras. Für das Nachbarrecht spielt das nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs aber keine Rolle (Urteil vom 28. März 2025, Az. V ZR 185/23). In dem Fall aus Hessen war eine Bambuspflanzung auf sechs bis sieben Meter gewachsen, der Nachbar verlangte einen Rückschnitt auf drei Meter. Der BGH stellte fest, dass auch Bambus eine Hecke bilden kann, weil es auf die botanische Zuordnung zu den Gehölzen nicht ankommt. Entscheidend ist, ob die Pflanzung als geschlossene Einheit mit Dichtschluss wirkt.

Außerdem hat der BGH klargestellt, dass der Begriff der Hecke keine eingebaute Höhengrenze kennt. Höhenvorgaben muss der Landesgesetzgeber selbst treffen. Über das nachbarliche Gemeinschaftsverhältnis lassen sich nur ungewöhnlich schwere, nicht mehr hinzunehmende Beeinträchtigungen abwehren.

Was in NRW für Bambus an der Grenze gilt

Das Nachbarrechtsgesetz NRW schreibt für Hecken in § 42 feste Abstände vor: 0,50 Meter bei Hecken bis zwei Meter Höhe und 1,00 Meter bei Hecken über zwei Meter. Gemessen wird nach § 46 von der Seitenfläche der Hecke aus, nicht von der Pflanzenmitte. Gilt die Bambuspflanzung als Hecke und ist sie höher als zwei Meter, muss sie also mindestens einen Meter Abstand halten.

Eine eigene Höhenbegrenzung für Hecken enthält das NRW-Gesetz nicht. Das Justizportal NRW schreibt, im Streitfall entschieden die Gerichte, ob eine über zwei Meter hohe Anpflanzung noch als Hecke gilt. Wie sich die Linie des BGH aus dem hessischen Fall auf NRW auswirkt, ist für NRW noch nicht eigens entschieden.

Wichtig ist die Frist aus § 47 NachbG NRW. Der Anspruch auf Beseitigung ist ausgeschlossen, wenn nicht binnen sechs Jahren nach dem Anpflanzen geklagt wurde. Hängt der nötige Abstand wie bei Hecken von der Höhe ab, beginnt die Frist nach Erläuterung des Justizministeriums NRW erst, wenn der Abstand durch das Wachstum nicht mehr eingehalten ist. Bevor es vor Gericht geht, ist in NRW bei den meisten Nachbarstreitigkeiten ein Schlichtungsversuch beim Schiedsamt vorgeschrieben.

Der richtige Zeitpunkt für die Rodung

Nach § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es vom 1. März bis 30. September verboten, Hecken, Gebüsche und andere Gehölze zu beseitigen. Ob Bambus als Gehölz im Sinne dieser Vorschrift gilt, ist nicht eindeutig geklärt. Das BGH-Urteil betrifft nur das Nachbarrecht. Wir empfehlen deshalb, eine Bambushecke wie jede andere Hecke im Winterhalbjahr zu roden, also ab dem 1. Oktober, und im Zweifel bei der unteren Naturschutzbehörde Ihrer Stadt nachzufragen. Unabhängig vom Monat gilt der Artenschutz nach § 44 BNatSchG: Ist in der Hecke ein Nest besetzt, wird gewartet.

Wenn der Bambus bleiben soll

Nicht jeder will seinen Bambus komplett loswerden. Dann bleibt nur, die Ausbreitung zu begrenzen. Übliche Lösung ist eine Rhizomsperre aus dicker Kunststoffbahn, die senkrecht um die Pflanzung eingegraben wird. Auch das ist keine Garantie, wie Fachhändler selbst einräumen. Alle Rhizome außerhalb der Sperre müssen dann trotzdem heraus. Wer ohnehin neu pflanzt, fährt mit einer horstbildenden Art oder einer klassischen Heckenpflanze ruhiger.

Checkliste für die Bambusentfernung

  • Stellen Sie fest, wie weit die Ausläufer reichen, auch jenseits von Wegen und Zäunen.
  • Klären Sie, ob Halme bereits beim Nachbarn wachsen, und sprechen Sie das offen an.
  • Prüfen Sie Leitungen, Drainagen und Fundamente im Arbeitsbereich.
  • Planen Sie die Rodung ab dem 1. Oktober und kontrollieren Sie die Hecke vorher auf Nester.
  • Graben Sie den Wurzelstock und die Rhizome vollständig aus, nicht nur die Halme.
  • Klären Sie die Entsorgung des Pflanzmaterials mit Ihrem örtlichen Entsorger.
  • Kontrollieren Sie die Fläche in der nächsten Saison auf neue Austriebe.

Die Gartenhelden räumen die Fläche

Eine eingewachsene Bambushecke gehört zu den aufwendigsten Heckenentfernungen, gerade wegen der Rhizome. Die Gartenhelden entfernen Hecken samt Wurzelwerk und sehen sich Ihre Situation vorher kostenlos und unverbindlich vor Ort an. Wir sind in Gelsenkirchen, Herne, Essen, Bottrop, Bochum, Recklinghausen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Witten, Duisburg und Dortmund für Sie da. Sie erreichen uns unter 0176 599 989 44, montags bis samstags von 08:00 bis 20:00 Uhr, oder über unser Anfrageformular.

Häufige Fragen

Wie werde ich Bambus dauerhaft los?

Nur wenn Wurzelstock und Rhizome vollständig aus dem Boden kommen. Abschneiden der Halme reicht nicht. Einzelne neue Austriebe in der folgenden Saison sollten sofort samt Rhizomstück entfernt werden.

Gilt Bambus rechtlich als Hecke?

Im Nachbarrecht ja, wenn die Pflanzung als geschlossene Einheit wirkt. Der Bundesgerichtshof hat 2025 entschieden, dass es auf die botanische Zuordnung nicht ankommt (Az. V ZR 185/23).

Welchen Abstand muss eine Bambushecke in NRW zur Grenze haben?

Nach § 42 NachbG NRW 0,50 Meter bei Hecken bis zwei Meter Höhe und 1,00 Meter bei höheren Hecken. Gemessen wird von der Seitenfläche der Hecke.

Wann darf ich eine Bambushecke entfernen?

Wir empfehlen die Zeit vom 1. Oktober bis Ende Februar. Ob die Schonzeit nach § 39 BNatSchG auch für Bambus gilt, ist nicht eindeutig geklärt. Im Zweifel fragen Sie Ihre untere Naturschutzbehörde.

Welcher Bambus bildet keine Ausläufer?

Horstbildende Arten wie der Schirmbambus (Fargesia) treiben keine langen Rhizome. Im LWG-Versuch zeigten auch einzelne Phyllostachys-Sorten nur wenige Ausläufer, andere Sorten dagegen viele.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft der zuständigen Behörde. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Gesetze und die Satzungen Ihrer Stadt. Alle Links wurden am 17. September 2026 geprüft.

Stand: September 2026